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Llian wächst in Mamas Bauch...
von Manuela Lommen Schumacher






Hallo. Mein Name ist Llian. Ich bin vor 24 Tagen hier eingezogen.


Könnt Ihr mich sehen? Ich bin noch winzig. Etwa 4mm. Das ist gerade mal so groß wie der Nagel Deines kleinen Fingers oder wie eine Erbse.


Noch sehe ich ein bisschen so aus wie ein Seepferdchen, aber ich habe schon einen eigenen Herzschlag.
In den nächsten 244 Tagen werde ich mich täglich verändern und wachsen.

Noch ahnt da draußen keiner etwas von meinem Einzug. Aber ich denke es kann nicht mehr lange dauern bis sie mich entdecken.
Sicher fragst du dich jetzt, wie man mich bemerken sollte, wo ich doch noch so winzig bin und jede Menge Platz habe um mich zu verstecken.
Dennoch ist mein Einnisten nicht unbemerkt geblieben. Mamas Körper hat sich gleich bei meinen Einzug von „nicht schwanger" auf „schwanger" umgestellt. Damit ich sicher und ungestört wachsen kann.
Dazu verändern sich Mamas Hormone.
Mama ist  jetzt oft müde. Ihre Nase  kann viel besser riechen als sonst und  manchmal ist ihr sogar richtig schlecht von den ganzen Gerüchen. Manchmal muss sie sich sogar übergeben. Das ist nicht wirklich spassig für mich. Aber ich hoffe das hört bald auf.
Ihr Körper möchte ihr damit sagen, dass sie jetzt besonders gut auf sich aufpassen muss, sich viel ausruhen soll und vor allem darauf achten sollte was sie isst.
Ihre Nase warnt sie davor etwas Falsches zu essen und hilft ihr das Richtige für uns zu finden.


In ihrem Pipi lässt ist jetzt das Schwangerschaftshormon HCG finden. So kann sie Zuhause ganz schnell und einfach mit einem Schwangerschaftstest herausfinden, dass ich eingezogen bin.


Damit ich wachsen kann und damit Mama fit ist für unsere Zeit zu zweit, brauchen wir  jetzt ganz viel Folsäure und andere Vitamine.
Es gibt aber auch einige Dinge die schädlich für meine Entwicklung sind und auch Mama ganz schlapp machen können  z.B. Zigaretten, Alkohol, rohes Fleisch, zu viel Zucker und Rohmilchprodukte.
Jetzt wohne ich schon fast 7 Wochen hier und mittlerweile wissen da draußen alle bescheid.


Noch sieht man Mamas Bauch nichts an, obwohl ich inzwischen schon stolze 2,5 cm groß bin. Das ist ungefähr so groß wie eine Weintraube.


Und so langsam sehe ich auch nicht mehr so aus wie ein Seepferdchen, sondern eher wie ein Gummibärchen. Meine Ärmchen und Beinchen sind noch recht kurz. Wenn du genau hin schaust kannst du aber schon meine Augen, meine Nasenlöcher und meinen Mund erkennen.


Der Zimmerservice hier ist wirklich spitzenklasse. All-inklusive sozusagen. 24Stunden am Tag Essen, Trinken und Sauerstoff.
Die Plazenta (auch Mutterkuchen genannt) ist gleich bei Mama angedockt und transportiert über einen Verbindungsschlauch (Nabelschnur) alles direkt in meinen Bauch. Sehr praktisch. Davon ab ist sie ein tolles Kuschelkissen und die Nabelschnur ein interessantes Spielzeug. Jedes Kind hat seine ganz eigene Nabelschnur und Plazenta. Später wird beides mit ihm geboren. Nach dem Schlüpfen wird man abgenabelt und muss selbstständig essen, trinken und atmen. Als Erinnerung an die Zeit bleibt uns allen der Bauchnabel. Die Plazenta kann man im Garten begraben oder einen tollen Abdruck mit ihr machen.

Hicks….hicks… . na nu…was ist denn das….hicks….ich habe einen Schluckauf. Mein erster, eigener Schluckauf…..fühlt sich lustig an….hicks….wahrscheinlich habe ich zu viel  Fruchtwasser getrunken, aber es schmeckt auch zu lecker …. hicks…. irgendwie süß und salzig zu gleich.
Pieseln kann ich auch schon!


Nach 11 Wochen in Mamas Bauch bin ich nun so groß wie eine Erdbeere. Allerdings eine Erdbeere mit richtigen Armen und Beinen..




Ich bin jetzt so groß wie eine Orange.
Heute ist Halbzeit. Ich wohne nun schon 20 Wochen in Mamas Bauch und mein Mietvertrag läuft noch für weitere 20 Wochen. Am besten schlafe ich, wenn Mama mit mir spazieren geht. Dann schaukelt alles so schön gleichmäßig hin und her. Schrecklich langweilig dagegen ist, wenn Mama sich hinlegt und schläft. Oft trete und boxe ich sie dann von innen, damit sie weiß wie laaaaaangweilig mir ist. Manchmal bin ich aber auch selbst ganz müde von all dem Wachsen, Üben und Ausprobieren.




Ich bin jetzt so groß wie eine Honigmelone und meine Mama bekommt keine ihrer alten Hosen mehr zu, weil ihr Bauch zu einer richtigen Kugel gewachsen ist. Schließlich brauche ich Platz. Es ist sehr praktisch wie mein kleines Einraumapartment mitwächst.
Ich habe sogar schon Nägel an meinen Fingern und Zehen. Ziemlich chic, finde ich das.
Ein wenig sehe ich so als wäre ich in einen Topf mit Penatencreme gefallen. Meine Haut ist mit einer weißlichen schmierigen, fettigen Schicht bedeckt. Die man "Käseschmiere" nennt. Sie schützt meine zarte Haut während der langen Zeit im Fruchtwasser, damit sie nicht so schrumpelig wird, wie Deine Finger, wenn du zu lange in der Wanne warst.
Später soll sie mir auch ein wenig das Schlüpfen erleichtern, auch wenn ich noch nicht weiß, was ich von dem ganzen geboren werden Kram halten soll.
Die Käseschmiere verschwindet danach von selbst und sollte nicht unnötig abgeschrubbelt werden.
Von jetzt an werde ich etwas langsamer wachsen. Mir dafür aber ordentlich Babyspeck zu legen, wer weiß wie die Essenversorgung da draußen geregelt ist.
Habt ihr schon meine Ohren gesehen? Sind sie nicht entzückend. So schnörkelig. Und man kann mit ihnen hören. Zum Beispiel Mamas Herzschlag oder ihre Stimme. Ich höre aber auch meinen Papa, wenn er mit mir leise spricht oder laut schimpft, weil wieder mal mein großer Bruder an den Haaren der Mädels gezogen hat….ich höre auch Musik. Am liebsten mag ich Brahms Wiegenlied.


Kinder, wie die Zeit vergeht, wieder sind 5 Wochen rum. Ich bin jetzt so groß wie Mamas Unterarm und fast so schwer wie eine ganze Tüte Milch.
Meine Fußtritte und mein rechter Harken sind auch nicht ohne. Ich kann richtige Beulen in Mamas Bauch kicken. Manchmal mache ich mir einen  Spaß daraus in Papas Hand zu treten, wenn er mich durch Mamas Bauch streicheln will.
Aber das aller coolste ist, das ich nun endlich herausgefunden habe wofür man diese Daumen gebrauchen kann. Sie passen perfekt in den Mund und man kann super an ihnen herum nuckeln. Einfach klasse!
Aber es gibt noch was Neues. Ein Stückchen höher. Oben auf meinem Kopf. Da wachsen Haare!!!




Nach nun 36 Wochen wird es eng in Mamas Bauch. Und hin und wieder machen die Übungswellen die Gebärmutter ganz hart. Alles recht ungemütlich so langsam. Ich schaffe es bis zu 1 Liter Fruchtwasser am Tag zu trinken und bin so schwer wie Papas kleinste Hantel. Die Hebamme kommt jetzt öfter vorbei. Sie untersucht Mama und bereitet mit ihr alles für die Geburt vor. Mama sagt meine Geburt wird Zuhause stattfinden, so wie bei meinen großen Geschwister auch. Früher war es ganz normal das Babys zu Hause im Kreis der Familie geboren wurden. Eine Geburt ist etwas ganz Natürliches und sollte nicht von zu vielen Einflüssen gestört werden. Zuhause fühlt Mama sich wohl und kann gut entspannen. Und je entspannter sie ist, desto besser kann sie mit mir zusammen arbeiten. Die Hebamme, die Doula und Papa werden die ganze Zeit da sein und sie umsorgen und unterstützen. Mama freut sich schon richtig darauf, dass es los geht und auch ich gewöhne mich langsam an den Gedanken hier auszuziehen. Ich bin sehr gespannt darauf wie Mama so von außen aussieht und ob Papas Bart wirklich so kratzt wie alle sagen. Ich freue mich auf meine Geschwister. Damit alle bescheid wissen, dass ich nun auch allmählich bereit bin, werde ich mich schon einmal in Starposition begeben. Mit dem Köpfchen nach unten, tief in Mamas Becken gekuschelt. Mein Köpfchen kann so ihren Muttermund massieren und macht ihn weicher.


Heute ist mein Geburtstag.
Das habe ich zumindest beschlossen. Es ist mittlerweile Sommer geworden, an mir ist alles dran, was dran sein sollte und mein Gewicht hat das einer Wassermelone erreicht. Es kann also losgehen. Meine Entscheidung steht fest. Auf ins Abenteuer Geburt. Du hast das ja alles schon hinter dir und bist sozusagen ein alte Hase im geboren werden, aber für mich ist das alles noch ganz neu und aufregend. Aber immer der Nase nach dann wird schon nichts schief gehen.